Sonni
17.04.2002, 15:10
Hi @all!
Hab gerade zufällig ein Interview mit Mags gefunden...hier ist es:
a-ha Nach ihrem fulminanten Comeback legen die Norweger jetzt ein neues Album nach
"Das sind nicht die Olympischen Spiele"
(tsch) "Hunting High And Low" hieß vor 17 Jahren ihr erstes Album und wies schon früh ihren Weg hoch hinaus auf der Karriereleiter. Es war der Auftakt einer ganz besonderen Jagd nach Ruhm und nationalem Prestige, die noch fünf weitere Alben lang anhalten sollte. a-ha, die norwegische Popband mit der unverwechselbar sanften Stimme von Morten Harket, trennte sich auf der Höhe ihres Erfolgs. Schon mit zwölf Jahren träumten Paul Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen von einer Karriere, die jener der Beatles gleich kommen sollte. Mit Sänger Harket sollten sich ihre kühnsten Träume erfüllen: Gleich ihre erste Single "Take On Me" machte sie weit über die norwegischen Landesgrenzen hinweg berühmt. Vor zwei Jahren gelang der Band, die wie kaum eine andere die Musik der 80er-Jahre geprägt hat, ein fulminantes Comeback.
Jetzt legen sie mit "Lifelines" ein weiteres Album nach, das an alte Tage erinnert. Einen viel versprechenden Vorgeschmack gab bereits die Single "Forever Not Yours". Im Hamburger Hotel "Atlantic" unterhielten wir uns mit Keyboarder Magne Furuholmen, der sich betont leger gab: "Du sprichst mit dem wichtigsten Mann von a-ha", sagt"s und lehnt sich lächelnd im weichen Sofa zurück. Es kann losgehen.
teleschau: Du hast einmal gesagt, dass kein Mensch das Comeback einer 80er-Jahre-Band braucht, auch Du selbst nicht. Hat sich an Deiner Einstellung nach dem neuen Erfolg etwas geändert?
Magne: Da habe ich mich wohl verplappert. Ich lag vollkommen falsch, das haben wir ja selbst bewiesen. Aber auch andere Leute waren der Meinung. Das sollte ja auch vielmehr heißen, niemand will und braucht ein schlechtes Comeback mit der gleichen Musik, die schon in den guten alten 80-ern bekannt war. Schließlich muss man sich ja auch immer weiterentwickeln. Ich halte es für wichtiger, dass Leute, die in diesem Jahrzehnt groß geworden sind, ihren Einfluss auf die Musik geltend machen und ihre vielfältigen Erfahrungen aus der damaligen Zeit verarbeiten, um etwas Neues zu schaffen. Aber einfach nur an die alten Songs anzuknüpfen, ist eine rückwärts gewandte Übung.
teleschau: a-ha hat sich also neu erfunden?
Magne: Vielleicht haben wir das. Wenn man sich einige Zeit trennt, so wie wir es getan haben, und seinen Fokus auf andere wichtige Bereiche im Leben richtet, zum Beispiel auf die Gründung einer Familie, kann eigentlich wenig schief gehen. Man entwickelt sich ja schon von Natur aus weiter. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass es besser wäre, wenn junge Leute ihr eigenes Songsüppchen brauen mit den Prägungen, die sie in den mächtigen 80-ern bekommen haben, als dass jetzt alle alten Bands ihr Revival feiern.
teleschau: Was hältst Du davon, wenn manche Euch heute wieder den "wichtigsten Export Norwegens" nennen?
Magne: Musik machen zu dürfen, ist eine Gabe. Und wenn man schon einmal aufgehört hat, wieder auf die Bühne kommt und Erfolg hat, ist es schon fast unglaublich. Aber dieser Titel ist, glaube ich, falsch: Soviel ich weiß, ist das Öl der größte Exportschlager Norwegens. Im Ernst. Ich glaube, wir haben mit a-ha gezeigt, dass der Erfolg einer norwegischen Band auch international möglich ist. Als wir anfingen, gab es nicht viel Vergleichbares in der Musikszene. Viele Leute bezeichnen uns als maßgebliche Einflussquelle - ob nun für ihren Musikgeschmack oder als ihre Lebensphilosophie, immer nach vorne zu sehen. Wir reisen aber nicht mit einer norwegischen Flagge um die Welt. Das sind nicht die Olympischen Spiele: Musik ist nichts, wofür man für sein Land kämpft. Du machst nur das, was Du machen willst, was Dich glücklich macht und was vielleicht auch Erfolg bringt.
teleschau: Die neuen a-ha-Songs klingen verdächtig nach "Minor Earth Major Sky", dem Comeback-Album aus dem Jahr 2000. Gibt es eine rote Linie in Eurer Arbeit?
Magne: Sicherlich gibt es so etwas wie eine rote Linie bei uns. Wir haben ja eine Art Markenzeichen, beinahe ein Stigma, das ziemlich stark ausgebildet und daher auch wieder zu erkennen ist: Mortens Stimme. Er kann sie sehr hoch oder tief klingen lassen, sie ist sehr flexibel. Es ist aber kein Merkmal, auf dem wir zu oft herumreiten wollen. Wir wollen ja nicht so was wie ein Zirkuspony werden. Daher verändern wir uns Album für Album ein bisschen. Aber wichtige Sachen bleiben gleich: Das Songwriting, die Melancholie und eben unser gesamtes Verhalten, wie wir Musik machen und leben.
teleschau: Wovon sind denn alle anderen Dinge, die Eure Musik bestimmen, abhängig?
Magne: Wenn wir ein Album fertig haben, beginnen wir schon mit der Entwicklung des nächsten. Nur so sehen wir, was wir anders und vielleicht auch besser machen können. Die Songs sind dann aber auch immer sehr geprägt von der momentanen Gefühlslage und den persönlichen Einstellungen just zu der jeweiligen Zeit. Ich selbst möchte mich einfach als Texter weiterentwickeln. Und jetzt bin ich sehr zufrieden, weil ich denke, dass ich einige der stärksten Songs meiner Karriere geschrieben habe. Acht Stücke auf "Lifelines" sind von mir.
teleschau: Bist Du also rundum zufrieden mit Eurer Arbeit?
Magne: Nicht ganz. Bei manchen Nummern war ich schon etwas enttäuscht. Das kommt daher, dass man sich vorher einfach vieles anders vorgestellt hat, was die Aufnahme und dann auch die Wirkung der Musik angeht. Aber es gab auch positive Überraschungen. Der Song "Dragonfly" zum Beispiel, der eigentlich für einen Film ("Dragonfly - Øyenstikker", Norwegen 2001, Regie: Marius Holst, die Red.) gedacht war, hatte nach der Aufnahme eine so organische, atemberaubende Stimmung, dass wir ihn einfach mit aufs Album genommen haben. Oder "Lifelines", der mir persönlich sehr nahe geht: Da stimmt alles - von der atmosphärisch dichten Melodie bis hin zum nachdenklichen Inhalt über Lebensbestimmungen und ob man sich dem Schicksal ergeben soll.
teleschau: Du hast als einziges a-ha-Mitglied für kurze Zeit nach Eurer Auflösung der Musik den Rücken zugedreht. Wieso?
Magne: Ich habe zwar hauptsächlich als freischaffender Künstler gearbeitet, aber auch immer ein bisschen Musik gemacht. Darunter waren Soundtracks für vier Filme, für"s Theater und andere Performances. Außerdem habe ich vier Platten veröffentlicht. Die waren aber sehr experimentell und kein Mainstream-Pop. Auch jetzt bin ich der Kunst treu. Es ist zwar eine große Ehre für mich, Popmusik zu schreiben, aber niemals würde ich meine Leidenschaft dafür aufgeben. Letzten Sommer habe ich unter anderem die weltweit größte Glasmalerei auf einem Schiff gemacht, und dann durfte ich auch vor kurzem eine meiner Arbeiten auf einer norwegischen Briefmarke präsentieren. Ich glaube, ich bin der jüngste Künstler überhaupt, dem diese Ehre zuteil wurde.
teleschau: Müssen Paul und Morten denn in Zukunft auf Dich verzichten?
Magne: Nein, auf keinen Fall. Wir arbeiten sehr gut zusammen, und der Erfolg ist unser. Es läuft wunderbar.
Die Norweger glänzen in diesen Tagen natürlich durch verstärkter TV-Präsenz. Unter anderem sind Paul Waaktaar-Savoy, Morten Harket und Magne Furuholmen am Samstag, 27. April, zu Gast in der "Guinness Show" (ARD, 20. 15 Uhr).
Viele Grüße
Sonni
Hab gerade zufällig ein Interview mit Mags gefunden...hier ist es:
a-ha Nach ihrem fulminanten Comeback legen die Norweger jetzt ein neues Album nach
"Das sind nicht die Olympischen Spiele"
(tsch) "Hunting High And Low" hieß vor 17 Jahren ihr erstes Album und wies schon früh ihren Weg hoch hinaus auf der Karriereleiter. Es war der Auftakt einer ganz besonderen Jagd nach Ruhm und nationalem Prestige, die noch fünf weitere Alben lang anhalten sollte. a-ha, die norwegische Popband mit der unverwechselbar sanften Stimme von Morten Harket, trennte sich auf der Höhe ihres Erfolgs. Schon mit zwölf Jahren träumten Paul Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen von einer Karriere, die jener der Beatles gleich kommen sollte. Mit Sänger Harket sollten sich ihre kühnsten Träume erfüllen: Gleich ihre erste Single "Take On Me" machte sie weit über die norwegischen Landesgrenzen hinweg berühmt. Vor zwei Jahren gelang der Band, die wie kaum eine andere die Musik der 80er-Jahre geprägt hat, ein fulminantes Comeback.
Jetzt legen sie mit "Lifelines" ein weiteres Album nach, das an alte Tage erinnert. Einen viel versprechenden Vorgeschmack gab bereits die Single "Forever Not Yours". Im Hamburger Hotel "Atlantic" unterhielten wir uns mit Keyboarder Magne Furuholmen, der sich betont leger gab: "Du sprichst mit dem wichtigsten Mann von a-ha", sagt"s und lehnt sich lächelnd im weichen Sofa zurück. Es kann losgehen.
teleschau: Du hast einmal gesagt, dass kein Mensch das Comeback einer 80er-Jahre-Band braucht, auch Du selbst nicht. Hat sich an Deiner Einstellung nach dem neuen Erfolg etwas geändert?
Magne: Da habe ich mich wohl verplappert. Ich lag vollkommen falsch, das haben wir ja selbst bewiesen. Aber auch andere Leute waren der Meinung. Das sollte ja auch vielmehr heißen, niemand will und braucht ein schlechtes Comeback mit der gleichen Musik, die schon in den guten alten 80-ern bekannt war. Schließlich muss man sich ja auch immer weiterentwickeln. Ich halte es für wichtiger, dass Leute, die in diesem Jahrzehnt groß geworden sind, ihren Einfluss auf die Musik geltend machen und ihre vielfältigen Erfahrungen aus der damaligen Zeit verarbeiten, um etwas Neues zu schaffen. Aber einfach nur an die alten Songs anzuknüpfen, ist eine rückwärts gewandte Übung.
teleschau: a-ha hat sich also neu erfunden?
Magne: Vielleicht haben wir das. Wenn man sich einige Zeit trennt, so wie wir es getan haben, und seinen Fokus auf andere wichtige Bereiche im Leben richtet, zum Beispiel auf die Gründung einer Familie, kann eigentlich wenig schief gehen. Man entwickelt sich ja schon von Natur aus weiter. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass es besser wäre, wenn junge Leute ihr eigenes Songsüppchen brauen mit den Prägungen, die sie in den mächtigen 80-ern bekommen haben, als dass jetzt alle alten Bands ihr Revival feiern.
teleschau: Was hältst Du davon, wenn manche Euch heute wieder den "wichtigsten Export Norwegens" nennen?
Magne: Musik machen zu dürfen, ist eine Gabe. Und wenn man schon einmal aufgehört hat, wieder auf die Bühne kommt und Erfolg hat, ist es schon fast unglaublich. Aber dieser Titel ist, glaube ich, falsch: Soviel ich weiß, ist das Öl der größte Exportschlager Norwegens. Im Ernst. Ich glaube, wir haben mit a-ha gezeigt, dass der Erfolg einer norwegischen Band auch international möglich ist. Als wir anfingen, gab es nicht viel Vergleichbares in der Musikszene. Viele Leute bezeichnen uns als maßgebliche Einflussquelle - ob nun für ihren Musikgeschmack oder als ihre Lebensphilosophie, immer nach vorne zu sehen. Wir reisen aber nicht mit einer norwegischen Flagge um die Welt. Das sind nicht die Olympischen Spiele: Musik ist nichts, wofür man für sein Land kämpft. Du machst nur das, was Du machen willst, was Dich glücklich macht und was vielleicht auch Erfolg bringt.
teleschau: Die neuen a-ha-Songs klingen verdächtig nach "Minor Earth Major Sky", dem Comeback-Album aus dem Jahr 2000. Gibt es eine rote Linie in Eurer Arbeit?
Magne: Sicherlich gibt es so etwas wie eine rote Linie bei uns. Wir haben ja eine Art Markenzeichen, beinahe ein Stigma, das ziemlich stark ausgebildet und daher auch wieder zu erkennen ist: Mortens Stimme. Er kann sie sehr hoch oder tief klingen lassen, sie ist sehr flexibel. Es ist aber kein Merkmal, auf dem wir zu oft herumreiten wollen. Wir wollen ja nicht so was wie ein Zirkuspony werden. Daher verändern wir uns Album für Album ein bisschen. Aber wichtige Sachen bleiben gleich: Das Songwriting, die Melancholie und eben unser gesamtes Verhalten, wie wir Musik machen und leben.
teleschau: Wovon sind denn alle anderen Dinge, die Eure Musik bestimmen, abhängig?
Magne: Wenn wir ein Album fertig haben, beginnen wir schon mit der Entwicklung des nächsten. Nur so sehen wir, was wir anders und vielleicht auch besser machen können. Die Songs sind dann aber auch immer sehr geprägt von der momentanen Gefühlslage und den persönlichen Einstellungen just zu der jeweiligen Zeit. Ich selbst möchte mich einfach als Texter weiterentwickeln. Und jetzt bin ich sehr zufrieden, weil ich denke, dass ich einige der stärksten Songs meiner Karriere geschrieben habe. Acht Stücke auf "Lifelines" sind von mir.
teleschau: Bist Du also rundum zufrieden mit Eurer Arbeit?
Magne: Nicht ganz. Bei manchen Nummern war ich schon etwas enttäuscht. Das kommt daher, dass man sich vorher einfach vieles anders vorgestellt hat, was die Aufnahme und dann auch die Wirkung der Musik angeht. Aber es gab auch positive Überraschungen. Der Song "Dragonfly" zum Beispiel, der eigentlich für einen Film ("Dragonfly - Øyenstikker", Norwegen 2001, Regie: Marius Holst, die Red.) gedacht war, hatte nach der Aufnahme eine so organische, atemberaubende Stimmung, dass wir ihn einfach mit aufs Album genommen haben. Oder "Lifelines", der mir persönlich sehr nahe geht: Da stimmt alles - von der atmosphärisch dichten Melodie bis hin zum nachdenklichen Inhalt über Lebensbestimmungen und ob man sich dem Schicksal ergeben soll.
teleschau: Du hast als einziges a-ha-Mitglied für kurze Zeit nach Eurer Auflösung der Musik den Rücken zugedreht. Wieso?
Magne: Ich habe zwar hauptsächlich als freischaffender Künstler gearbeitet, aber auch immer ein bisschen Musik gemacht. Darunter waren Soundtracks für vier Filme, für"s Theater und andere Performances. Außerdem habe ich vier Platten veröffentlicht. Die waren aber sehr experimentell und kein Mainstream-Pop. Auch jetzt bin ich der Kunst treu. Es ist zwar eine große Ehre für mich, Popmusik zu schreiben, aber niemals würde ich meine Leidenschaft dafür aufgeben. Letzten Sommer habe ich unter anderem die weltweit größte Glasmalerei auf einem Schiff gemacht, und dann durfte ich auch vor kurzem eine meiner Arbeiten auf einer norwegischen Briefmarke präsentieren. Ich glaube, ich bin der jüngste Künstler überhaupt, dem diese Ehre zuteil wurde.
teleschau: Müssen Paul und Morten denn in Zukunft auf Dich verzichten?
Magne: Nein, auf keinen Fall. Wir arbeiten sehr gut zusammen, und der Erfolg ist unser. Es läuft wunderbar.
Die Norweger glänzen in diesen Tagen natürlich durch verstärkter TV-Präsenz. Unter anderem sind Paul Waaktaar-Savoy, Morten Harket und Magne Furuholmen am Samstag, 27. April, zu Gast in der "Guinness Show" (ARD, 20. 15 Uhr).
Viele Grüße
Sonni