Heidi Harket
19.02.2002, 20:43
Mags: „Mir tun unsere Fans leid!“
Zwischen den norwegischen Superstars A-ha und der deutschen Medienlandschaft im allgemeinen und Bravo im besonderen kam es in der Vergangenheit zu mehreren Missverständnissen. Kurz vor dem Start der Deutschland Tournee eskalierte die Situation, als A-ha deutsche Journalisten und Fotografen bei einer Fernsehsendung in München mehr oder weniger rauswerfen ließen. Argument: „Die Leute hier arbeiten sowieso nur für miese Blätter!!“, so ließ Sänger Morten Harket ausrichten.
Um die Situation zu bereinigen, suchte Bravo das offene Gespräch. Mags Furuholmen erklärte sich zu einem Dialog „zwischen zwei Parteien, die versuchen, eine Menge Mißverständnisse zu bereinigen“ bereit.
Bravo: „Das war von Morten wohl nicht die richtige Art. Hat er da nicht etwas übersensibel reagiert?“
M: „Also, erst mal ist das die Hauptregel, dass Du sensibel und einfühlsam sein musst, um Künstler sein zu können. Und bei dem ganzen drunter und drüber, das wir mit den deutschen Medien und den Medien überhaupt hatten und haben, kommt es eben zu Überreaktionen. Morten ist am sensibelsten und er hat diese ganze Gerüchteküche so satt, dass es nur wenig braucht, um ihn hochgehen zu lassen. Er leidet unter den vielen Angriffen auf A-ha am meisten.“
B: „Das ganze ist ja ein sehr großes Geschäft. Ist es nicht so, dass die Fans, die eure Platten und eure Konzerttickets kaufen, euch Geld verdienen lassen, ein Recht darauf haben, durch die Medien mehr über euch zu erfahren? Andere Stars haben seltsamerweise nicht diese Probleme mit der Presse....“
M: „Unsere Fans haben nur ein Recht auf unsere Musik. Die gehört ihnen. Sie haben das Recht zu unseren Konzerten zu kommen und uns spielen zu sehen. A-ha sind aber nicht in diesem Business um Interviews oder Autogramme zu geben oder für Erinnerungsfotos mit Fans zu posieren. Nur unsere Musik zählt. Alles andere ergibt sich oder eben nicht. Eigentlich sollten wir uns um solche Dinge gar nicht kümmern. Aber wir beschäftigen uns damit. Und genau das wird dann zum Problem, weil wir uns mit den vielen halb- oder unwahren Geschichten auseinandersetzen. Wenn wir uns darum nicht scheren würden, ginge es uns wahrscheinlich besser. Ich sage nicht, das es nicht auch gute Geschichten über uns gab. Aber egal ob positiv oder negativ: Immer wird das Alibi vorgeschoben: Die Fans haben ein Recht darauf!
B: „Das ist sicher eine Standpunktfrage. Eure Fans wollen mehr wissen als: Der neue Song heißt so und so und ist drei Minuten lang.“
M: „Gut, aber das Problem mit den Medien ist, dass immer nur ganz kleine negative Punkte
Über jeden Bezug hinaus aufgeblasen werden. Mäuse werden zu Elefanten gemacht. Punkte, die wir für absolut unwichtig halten, werden hochgespielt. Über Mortens Privatleben, über meins. Ich muß sagen, dass mir unsere Fans leid tun, weil sie falsch oder unvollständig informiert werden. Deshalb dachte ich, dieses Gespräch sei der beste Weg, Probleme aus der Welt zu schaffen. Die Fans haben in der Presse vieles gelesen, was in der gedruckten Form so nicht stimmte. Jetzt können sie in Bravo auch mal unsere Seite lesen. Es geht um das Gleichgewicht.“
B: „Du sagst, die Presse bauscht negative Klein-Aspekte auf. Das geht ja auch anders rum. Auch für A-ha wurde am Anfang mal ein Auge zugedrückt, wurde positiv berichtet, wenn eigentlich gar nicht so viel Positives da war....“
M: „Ja, weil man erst warten will, bis die Band groß genug ist, um sei dann fertig zu machen. Das ist doch das Grundprinzip in diesem Geschäft.“
B: „Wenn man direkt von euch oder eurem Management konkrete Informationen bekäme, würde das Missverständnisse vermeiden helfen. Aber A-ha hat sich rar gemacht, totale Funkstille gehalten.....“
M: „Du siehst das von Deinem Standpunkt, aber Du musst auch unseren sehen. Nach den vielen Unwahrheiten blieb uns doch gar nichts anderes übrig als uns abzuschotten. Gebranntes Kind scheut das Feuer......für Morten ist es am schlimmsten, er wird am ungerechtesten behandelt. Er ist der einzige Rockstar den ich kenne, der jeden Abend zu den Fans geht und Autogramme gibt. Jede Nacht! Das mache nicht mal ich. Ab und zu habe ich einfach keinen Bock drauf. Aber Morten tut es, weil er freundlich sein will.“
B: „Warum hat er dann in unserem Interview gesagt, dass er keine Fanpost beantwortet?“
M: „Weil er das aus Zeitgründen auch nicht kann.“
B: „Warum sagte er, dass er keine Autogramme gibt?“
M: „Das ist eines dieser Missverständnisse. Er sagte, er kann nicht alle Fans gleich behandeln. Also gibt er Autogramme oder nicht. Aber er tut´s ja fast immer, das ist der Hammer!! Schau, wenn Morten zum Flugzeug rennt und die Maschine ist schon angeworfen und es kommen 20 Fans, die ein Autogramm wollen. Dann muß er „nein“ sagen und fühlt sich dabei so mies.“
B: „Gehört der ganze Starrummel nicht einfach dazu, weil ihr Personen des öffentlichen Interesses seid?“
M: „Wir wollen ja gar nicht jeden Tag in der Zeitung sein. In Norwegen waren wir vor drei Jahren das absolute Ereignis. Jedes mal wenn ich mich umdrehte machte es „klick“ und wir hatten ein neues Titelbild. Irgendwann ging den Zeitungen der Stoff aus und sie begannen, dumme Geschichten zu schreiben. Bis wir in einem Interview regelrecht darum bettelten, sie sollen endlich aufhören über uns zu schreiben. Verstehst Du, am Anfang hatten wir eine harte Zeit zu bestehen. Wir mussten Dinge tun, die wir eigentlich nicht mochten. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo wir nicht mehr alles tun müssen. Ich weiß, daß das ein Privileg ist. Auch, wenn es in Norwegen trotz aller Beteuerungen nur noch schlechte Artikel über uns gibt. Ich glaube, dass die Zeitungen gar keine guten Artikel haben wollen. Nur Skandale und Gerüchte.“
B: „Glaubst Du, dass die Zeitungen mehr Exemplare verkaufen, nur weil A-ha im Blatt sind?“
M: „Nein, aber umgekehrt ist es genau so. Wir verkaufen keine Single oder LP weniger, wenn wir nicht in Bravo stehen. Wir brauchen Bravo nicht. Es wird nie eine Symbiose geben, dass der eine vom anderen profitiert. Schau doch, wie die deutsche Presse ihren eigenen Superstar Boris Becker fertig gemacht hat. Die Medien haben sein Selbstbewusstsein zerstört. Hoffentlich gelingt ihm ein tolles Comeback. Denn so ging es uns auch. Aber A-ha machen weiter, A-ha hören nicht auf. Wir fangen erst richtig an!
Wir lassen uns nicht zerstören!!“
(Interview aus der Bravo, 1988)
Wie versprochen, für meine Mädel´s!!! Puh! Noch Wünsche??
:D
Zwischen den norwegischen Superstars A-ha und der deutschen Medienlandschaft im allgemeinen und Bravo im besonderen kam es in der Vergangenheit zu mehreren Missverständnissen. Kurz vor dem Start der Deutschland Tournee eskalierte die Situation, als A-ha deutsche Journalisten und Fotografen bei einer Fernsehsendung in München mehr oder weniger rauswerfen ließen. Argument: „Die Leute hier arbeiten sowieso nur für miese Blätter!!“, so ließ Sänger Morten Harket ausrichten.
Um die Situation zu bereinigen, suchte Bravo das offene Gespräch. Mags Furuholmen erklärte sich zu einem Dialog „zwischen zwei Parteien, die versuchen, eine Menge Mißverständnisse zu bereinigen“ bereit.
Bravo: „Das war von Morten wohl nicht die richtige Art. Hat er da nicht etwas übersensibel reagiert?“
M: „Also, erst mal ist das die Hauptregel, dass Du sensibel und einfühlsam sein musst, um Künstler sein zu können. Und bei dem ganzen drunter und drüber, das wir mit den deutschen Medien und den Medien überhaupt hatten und haben, kommt es eben zu Überreaktionen. Morten ist am sensibelsten und er hat diese ganze Gerüchteküche so satt, dass es nur wenig braucht, um ihn hochgehen zu lassen. Er leidet unter den vielen Angriffen auf A-ha am meisten.“
B: „Das ganze ist ja ein sehr großes Geschäft. Ist es nicht so, dass die Fans, die eure Platten und eure Konzerttickets kaufen, euch Geld verdienen lassen, ein Recht darauf haben, durch die Medien mehr über euch zu erfahren? Andere Stars haben seltsamerweise nicht diese Probleme mit der Presse....“
M: „Unsere Fans haben nur ein Recht auf unsere Musik. Die gehört ihnen. Sie haben das Recht zu unseren Konzerten zu kommen und uns spielen zu sehen. A-ha sind aber nicht in diesem Business um Interviews oder Autogramme zu geben oder für Erinnerungsfotos mit Fans zu posieren. Nur unsere Musik zählt. Alles andere ergibt sich oder eben nicht. Eigentlich sollten wir uns um solche Dinge gar nicht kümmern. Aber wir beschäftigen uns damit. Und genau das wird dann zum Problem, weil wir uns mit den vielen halb- oder unwahren Geschichten auseinandersetzen. Wenn wir uns darum nicht scheren würden, ginge es uns wahrscheinlich besser. Ich sage nicht, das es nicht auch gute Geschichten über uns gab. Aber egal ob positiv oder negativ: Immer wird das Alibi vorgeschoben: Die Fans haben ein Recht darauf!
B: „Das ist sicher eine Standpunktfrage. Eure Fans wollen mehr wissen als: Der neue Song heißt so und so und ist drei Minuten lang.“
M: „Gut, aber das Problem mit den Medien ist, dass immer nur ganz kleine negative Punkte
Über jeden Bezug hinaus aufgeblasen werden. Mäuse werden zu Elefanten gemacht. Punkte, die wir für absolut unwichtig halten, werden hochgespielt. Über Mortens Privatleben, über meins. Ich muß sagen, dass mir unsere Fans leid tun, weil sie falsch oder unvollständig informiert werden. Deshalb dachte ich, dieses Gespräch sei der beste Weg, Probleme aus der Welt zu schaffen. Die Fans haben in der Presse vieles gelesen, was in der gedruckten Form so nicht stimmte. Jetzt können sie in Bravo auch mal unsere Seite lesen. Es geht um das Gleichgewicht.“
B: „Du sagst, die Presse bauscht negative Klein-Aspekte auf. Das geht ja auch anders rum. Auch für A-ha wurde am Anfang mal ein Auge zugedrückt, wurde positiv berichtet, wenn eigentlich gar nicht so viel Positives da war....“
M: „Ja, weil man erst warten will, bis die Band groß genug ist, um sei dann fertig zu machen. Das ist doch das Grundprinzip in diesem Geschäft.“
B: „Wenn man direkt von euch oder eurem Management konkrete Informationen bekäme, würde das Missverständnisse vermeiden helfen. Aber A-ha hat sich rar gemacht, totale Funkstille gehalten.....“
M: „Du siehst das von Deinem Standpunkt, aber Du musst auch unseren sehen. Nach den vielen Unwahrheiten blieb uns doch gar nichts anderes übrig als uns abzuschotten. Gebranntes Kind scheut das Feuer......für Morten ist es am schlimmsten, er wird am ungerechtesten behandelt. Er ist der einzige Rockstar den ich kenne, der jeden Abend zu den Fans geht und Autogramme gibt. Jede Nacht! Das mache nicht mal ich. Ab und zu habe ich einfach keinen Bock drauf. Aber Morten tut es, weil er freundlich sein will.“
B: „Warum hat er dann in unserem Interview gesagt, dass er keine Fanpost beantwortet?“
M: „Weil er das aus Zeitgründen auch nicht kann.“
B: „Warum sagte er, dass er keine Autogramme gibt?“
M: „Das ist eines dieser Missverständnisse. Er sagte, er kann nicht alle Fans gleich behandeln. Also gibt er Autogramme oder nicht. Aber er tut´s ja fast immer, das ist der Hammer!! Schau, wenn Morten zum Flugzeug rennt und die Maschine ist schon angeworfen und es kommen 20 Fans, die ein Autogramm wollen. Dann muß er „nein“ sagen und fühlt sich dabei so mies.“
B: „Gehört der ganze Starrummel nicht einfach dazu, weil ihr Personen des öffentlichen Interesses seid?“
M: „Wir wollen ja gar nicht jeden Tag in der Zeitung sein. In Norwegen waren wir vor drei Jahren das absolute Ereignis. Jedes mal wenn ich mich umdrehte machte es „klick“ und wir hatten ein neues Titelbild. Irgendwann ging den Zeitungen der Stoff aus und sie begannen, dumme Geschichten zu schreiben. Bis wir in einem Interview regelrecht darum bettelten, sie sollen endlich aufhören über uns zu schreiben. Verstehst Du, am Anfang hatten wir eine harte Zeit zu bestehen. Wir mussten Dinge tun, die wir eigentlich nicht mochten. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo wir nicht mehr alles tun müssen. Ich weiß, daß das ein Privileg ist. Auch, wenn es in Norwegen trotz aller Beteuerungen nur noch schlechte Artikel über uns gibt. Ich glaube, dass die Zeitungen gar keine guten Artikel haben wollen. Nur Skandale und Gerüchte.“
B: „Glaubst Du, dass die Zeitungen mehr Exemplare verkaufen, nur weil A-ha im Blatt sind?“
M: „Nein, aber umgekehrt ist es genau so. Wir verkaufen keine Single oder LP weniger, wenn wir nicht in Bravo stehen. Wir brauchen Bravo nicht. Es wird nie eine Symbiose geben, dass der eine vom anderen profitiert. Schau doch, wie die deutsche Presse ihren eigenen Superstar Boris Becker fertig gemacht hat. Die Medien haben sein Selbstbewusstsein zerstört. Hoffentlich gelingt ihm ein tolles Comeback. Denn so ging es uns auch. Aber A-ha machen weiter, A-ha hören nicht auf. Wir fangen erst richtig an!
Wir lassen uns nicht zerstören!!“
(Interview aus der Bravo, 1988)
Wie versprochen, für meine Mädel´s!!! Puh! Noch Wünsche??
:D