Meggie
30.09.2002, 22:35
MAZ EXKLUSIV
01.10.
NORWEGISCHES POP-TRIO A-HA SETZT NUR BEHUTSAM NEUE KLÄNGE EIN.
Im Pop der 80er fest verwurzelt
GERD DEHNEL
In allen Interviews schwören die drei Norweger Stein und Bein, nichts, aber auch gar nichts, mit einem 80er-Jahre-Revival am Hut zu haben. Dem eigenen Comeback aber hat's garantiert nicht geschadet, dass diese in musikalischer Hinsicht meist abschätzig betrachtete Dekade seit einer Weile doch wieder goutiert wird. Ganze Fernsehshows werden rund um den Synthesizer-Brei versendet.
So fiel die Rückkehr von a-ha im Jahr 2000 auf fruchtbaren Boden. Hunderttausende Plattenkäufer und Konzertbesucher entrissen sie der Vergessenheit der 90er Jahre. Die mittlerweile zweite CD des neuen Jahrtausends "Lifelines" sieht die Band bereits auf dem Weg zum Dauererfolg, der bis zur Rente funktionieren könnte. Denn ein großer Teil der Fans, die einst zu "Take On Me" kuschelten, halten Morten, Magne und Pal die Treue.
Dabei erlauben sich die drei Popmusiker durchaus den Luxus, auch ungewohnte Töne anzuschlagen. "Oranges And Appletrees" etwa überrascht mit sinfonischen Klangwolken a la Electric Light Orchestra, wird live obendrein mit rüden Gitarren aufgemotzt. Vertrackte elektronische Frickeleien prägen "Did Anyone Approach You". Ganz ungeniert erinnert "There's A Reason For It" an die ganz großen Vorbilder Beatles.
Allzu hoch dosiert a-ha das Neue, Ungewohnte freilich nicht. Die von Anfang an jubelnd hochgestimmte Fanschar in der Berliner Radrennbahn Velodrom bekommt das, was sie am meisten wünscht: Morton stirbt gleichsam in Schönheit, klagt in hohen gedehnten Tönen "I've Been Losing You". Die meist moll-gestimmten Keyboards schwelgen und wabern. Glühende Leuchtstreifen laufen über ein Dutzend Leinwände. Die Scheinwerfer werfen die passenden Bonbonfarben.
So wird denn der Auftritt doch zum großen Nostalgiefest, weil auch ein halbes Dutzend Produzenten für die jüngste CD und Aufnahmeorte rund um die Welt keineswegs zu einem neuen Stil geführt haben. A-ha bleiben ihrem Klangkosmos der Klagetöne, des elegischen Gefühls und der überzogenen Gesten treu. Und betören damit eine große Anhängerschar, die das norwegische Pop-Trio genau dafür liebt.
a-ha: Lifelines. Wea
http://www.maerkischeallgemeine.de/?loc=3_6_1&id=72414&weiter=250
01.10.
NORWEGISCHES POP-TRIO A-HA SETZT NUR BEHUTSAM NEUE KLÄNGE EIN.
Im Pop der 80er fest verwurzelt
GERD DEHNEL
In allen Interviews schwören die drei Norweger Stein und Bein, nichts, aber auch gar nichts, mit einem 80er-Jahre-Revival am Hut zu haben. Dem eigenen Comeback aber hat's garantiert nicht geschadet, dass diese in musikalischer Hinsicht meist abschätzig betrachtete Dekade seit einer Weile doch wieder goutiert wird. Ganze Fernsehshows werden rund um den Synthesizer-Brei versendet.
So fiel die Rückkehr von a-ha im Jahr 2000 auf fruchtbaren Boden. Hunderttausende Plattenkäufer und Konzertbesucher entrissen sie der Vergessenheit der 90er Jahre. Die mittlerweile zweite CD des neuen Jahrtausends "Lifelines" sieht die Band bereits auf dem Weg zum Dauererfolg, der bis zur Rente funktionieren könnte. Denn ein großer Teil der Fans, die einst zu "Take On Me" kuschelten, halten Morten, Magne und Pal die Treue.
Dabei erlauben sich die drei Popmusiker durchaus den Luxus, auch ungewohnte Töne anzuschlagen. "Oranges And Appletrees" etwa überrascht mit sinfonischen Klangwolken a la Electric Light Orchestra, wird live obendrein mit rüden Gitarren aufgemotzt. Vertrackte elektronische Frickeleien prägen "Did Anyone Approach You". Ganz ungeniert erinnert "There's A Reason For It" an die ganz großen Vorbilder Beatles.
Allzu hoch dosiert a-ha das Neue, Ungewohnte freilich nicht. Die von Anfang an jubelnd hochgestimmte Fanschar in der Berliner Radrennbahn Velodrom bekommt das, was sie am meisten wünscht: Morton stirbt gleichsam in Schönheit, klagt in hohen gedehnten Tönen "I've Been Losing You". Die meist moll-gestimmten Keyboards schwelgen und wabern. Glühende Leuchtstreifen laufen über ein Dutzend Leinwände. Die Scheinwerfer werfen die passenden Bonbonfarben.
So wird denn der Auftritt doch zum großen Nostalgiefest, weil auch ein halbes Dutzend Produzenten für die jüngste CD und Aufnahmeorte rund um die Welt keineswegs zu einem neuen Stil geführt haben. A-ha bleiben ihrem Klangkosmos der Klagetöne, des elegischen Gefühls und der überzogenen Gesten treu. Und betören damit eine große Anhängerschar, die das norwegische Pop-Trio genau dafür liebt.
a-ha: Lifelines. Wea
http://www.maerkischeallgemeine.de/?loc=3_6_1&id=72414&weiter=250